Blick auf das Markushaus und die bischöfliche Hochschule (re.), Foto:  H.Helmlechner,  CC BY-SA 3.0 , via  Wikimedia Commons

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah! #KultTrip

Besser spät als nie: Dieses Mal war es gar nicht so einfach, ein geeignetes Thema für unseren Gastbeitrag zu Tanja Praskes Blogparade #KultTrip zu finden. Da wir gewissermaßen Experten auf dem Gebiet sind, war es für uns umso schwieriger aus den zahlreichen Alternativen auszuwählen. Klar war, dass bei unserem Kulturtrip auf jeden Fall ein Museum eine Rolle spielen würde – aber auch hier ist die Vielfalt riesig: Ganz gleich, ob man die Sonne in einem der zahlreichen Freilichtmuseen genießen möchte, der Sommerhitze im Bergwerksmuseum unter Tage entfliehen möchte, oder an einem verregneten Wochenende in die Welt der Kunst eintauchen will.

Doch die Muse küsste uns ganz unerwartet, beim Tweetup im Kallmann-Museum in Ismaning. Dort sprachen wir kurz über die Schwierigkeiten, die Museen im Münchner Umland haben die Städter hinaus aufs Land zu locken, denn ganz gleich wie hochwertig das Angebot ist, ist vielen Münchnern doch der Weg zu beschwerlich. Dabei ist der Weg häufig gar nicht so weit, wie angenommen! Frei nach Goethe möchten wir deshalb nicht in die Ferne schweifen, wo das Gute doch so nah liegt und werfen heute einen Blick auf Freising. Die Stadt liegt nur 33 Kilometer nordöstlich von München und ist mit der Regionalbahn in einer guten halben Stunde zu erreichen.

Freisinger Dom

Seid 715 n. Chr. steht auf dem Freisinger Domberg eine Kirche – der heutige „Mariendom“ ist der dritte Bau an dieser Stelle und geht auf einen romanischen Bau und einen Neubau zurück. Geweiht im Jahr 1205 lockt die Basilika heute Kultursuchende mit ihrem fantastischen Gewölbe. Dieses wurde 1724 durch die Gebrüder Asam umgestaltet. Anstelle der romanischen Flachdecke trat im Laufe der Jahre zunächst ein gotisches Gewölbe bis schließlich ein aufwendiges Deckenfresko installiert wurde. Eineinhalb Jahre arbeiteten die Brüder am Fresko, reich geschmückt trägt es zum harmonischen Gesamtbild des Kircheninnenraums bei und zeigt frei heraus seine Rokoko-Pracht.
Der romanische Ursprung des fünfschiffigen Doms zeigt sich in der zum Innenraum stark kontrastierenden Doppelturmfassade. Mit der Fertigstellung des Freskos wurde die Fassade von romanischen Stilelementen „bereinigt“ und neu bemalt. Doch der Dom hat neben der Architektur noch viel mehr zu bieten. Neben dem Hochaltar mit einem Gemälde von Peter Paul Rubens (das Original befindet sich heute in der Pinakothek in München) ist auch die gemalte Scheinkuppel einen genaueren Blick wert. Nicht nur Richtung Himmel zeigt sich der Dom in seiner ganzen Pracht. Ein Gang in die Krypta offenbart den neuromanischen Korbiniansschrein mit den Reliquien des Heiligen. 1861 von einem Münchner Goldschmied geschaffen, steht er heute auf dem leeren Sarkophag Korbinians.
Die jüngere Geschichte des Doms ist mit Benedikt XVI. verknüpft, 1950 wurde dieser im Dom zum Subdiakon und Diakon geweiht. Im Jahr 2006 besuchte der Papst den Dom erneut. Heute spielt Kirchenmusik nach wie vor eine wichtige Rolle im Bistum. Mit Domchor, Domschola und Domberg-Kammerorchester sowie der Kinderkantorei ist Freising musikalisch sehr gut aufgestellt. Neben traditionellen Stücken finden aber auch zeitgenössische Werke ihren Weg in die Dommusik.
Auf dem Domberg liegt außerdem noch das Diözesanmuseum Freising, dieses ist momentan wegen einer Generalüberholung geschlossen.

Altstadt

Zu einem Spaziergang oder einem Einkaufsbummel lädt die historische Altstadt Freisings ein, die nur wenige Minuten Fußweg vom S-Bahnhof entfernt ist. Neben den zahlreichen kleinen Cafés und Geschäften machen die vielfältigen Altbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert den Charme der Fußgängerzone aus.

Ein besonderes Highlight: Der beliebte Grüne Wochenmarkt auf dem Marienplatz findet jeden Mittwoch und Samstag von 7-13 Uhr statt.

Marienplatz mit Rathaus, Brunnen
Der Freisinger Marienplatz mit Blick auf die Mariensäule, das historische Rathaus und St. Georg, Foto: Franzfoto, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Stadtmuseum

Direkt am Marienplatz liegt auch das Freisinger Stadtmuseum in der alten bischöflichen Hochschule, die 1697 von Benediktinern gegründet und bis zur Säkularisation geführt wurde. Hier befindet sich auch der Asamsaal, die ehemalige Hochschulaula mit Fresken Vaters der berühmten Gebrüder Asam des Asamvaters Georg Asam, wo auch heute noch regelmäßig Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Die 2007 neugestaltete Dauerausstellung des Museums macht die 1.300-jährige Stadtgeschichte erlebbar. Im Fokus stehen die vier Themenbereiche Topografie und Stadtbild, fürstbischöfliches Freising, bürgerliches Freising und der Portraitgang Freising schaut dich an.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 13 – 17 Uhr

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Blick auf das Markushaus und die bischöfliche Hochschule (re.), Foto: H.Helmlechner, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Weihenstephaner Gärten

Von Fachleuten geschätzt, von Gartenfreunden bewundert: Die Weihenstephaner Gärten sind immer einen Besuch wert! Dazu gehören der Hofgarten mit Parterregarten, der Oberdieckgarten und der Sichtungsgarten mit Schaugarten. Sie alle sind Einrichtungen Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und können während der Öffnungszeiten kostenlos besucht werden. Auf mehreren Hektar Gesamtfläche grünt und blüht es in einer Pracht, die jeden Besucher in Staunen versetzt und durch die saisonal wechselnden Bepflanzungen scheinen die Gärten immer auf dem Höhepunkt der Blütenfülle zu sein.

Öffnungszeiten:

Sichtungsgarten, Kleingarten und Oberdieckgarten: April bis Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
Hof- und Parterregarten und der Weihenstephaner Berg sind ganzjährig zugänglich

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Die Pfingstrosenblüte im Weihenstephaner Sichtungsgarten, Foto: Christian Sieweke, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

 

Bier in Weihenstephan

Was wäre Freising ohne Bier? Als Heimatstadt der ältesten Brauereien der Welt, der Brauerei Weihenstephan und dem Hofbrauhaus Freising, darf der goldene Gerstensaft in unserer Aufzählung natürlich nicht fehlen. Bereits für das Jahr 825  sind Hopfengärten um Freising belegt und bis zur Säkularisation zählte die Stadt stolze 20 Brauereien! Die lange Tradition des Brauens, die so tief in Stadtgeschichte verwurzelt ist, wird auch heute von der Universität Weihenstephan weitergeführt, einer der wenigen Orte in ganz Deutschland, wo man das Brauwesen erlernen kann. Freisinger Bier kann natürlich in den zahlreichen Gaststätten der Stadt genossen werden, auch Führungen durch die Brauerei Weihenstephan sind möglich.

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#EntarteteKunstKM – tweetup #WiderDasVergessen am 18. Juli im Kallmann-Museum

Ein Gastbeitrag von Katharina Hiery M. A., Kallmann-Museum Ismaning.

„Entartete Kunst“ in München

Vor genau 79 Jahren, am 18. und 19. Juli 1937, eröffneten in München die für die NS-Kulturpolitik wichtigsten Ausstellungen: zuerst die „Große Deutsche Kunstausstellung“ im neugebauten „Haus der deutschen Kunst“ (heute: Haus der Kunst), einen Tag später die Femeschau „Entartete Kunst“ wenige hundert Meter entfernt in den Hofgartenarkaden.

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Impressionen aus der Bayerischen Landesausstellung 2016
„Bier in Bayern“
Foto: © R. Ehm-Klier / innpressum

Ozapft is! „Bier in Bayern“ im Kloster Aldersbach im Passauer Land

Ein Gastbeitrag von Dr. des. Julian Traut, Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg.

Die Bayerische Landesausstellung 2016 präsentiert auf etwa 1.500 Quadratmetern die Kulturgeschichte eines Elixiers, das für Bayern viel mehr als nur ein Getränk darstellt: Bier – Mythos und gleichzeitig Markenzeichen des Freistaats.
Ausgangspunkt ist das Jahr 1516. Damals bestimmten die bayerischen Herzöge: Nur Gerste, Hopfen und Wasser dürfen zum Bierbrauen verwendet werden. Mit diesem Erlass – dem bayerischen Reinheitsgebot – begann eine echte Erfolgsgeschichte, die das Bild Bayerns enorm in der Welt prägen sollte. Immerhin kam um 1900 jedes zehnte weltweit getrunkene Bier aus Bayern. Und auch heute werden Bier und Bayern besonders verbunden. „Ozapft is! „Bier in Bayern“ im Kloster Aldersbach im Passauer Land“ weiterlesen